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Bestandsgebäude mit verputzter, ungedämmter Außenwand und alten Fenstern

Innendämmung im Altbau: wann sie sinnvoll ist

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Altbau liegt eine Innendämmung marktüblich bei etwa 50 bis 130 Euro pro Quadratmeter Wandfläche.
  • Sie ist die Wahl, wenn außen nicht gedämmt werden darf oder kann: Denkmal, erhaltenswerte Fassade, Grenzbebauung, einzelne Eigentumswohnung.
  • Der kritische Punkt ist die Feuchte. Die Wand wird kälter, und Raumluftfeuchte darf nicht in die Konstruktion gelangen oder muss wieder heraustrocknen können.
  • Innenwände und Geschossdecken stoßen an die gedämmte Außenwand. Diese Anschlüsse sind die Stellen, an denen Schäden entstehen.
  • Die Maßnahme ist über die BEG-Einzelmaßnahmen förderfähig, wenn die geforderten Werte erreicht und der Antrag vorher gestellt wird.
Die Innendämmung ist die Lösung für Fälle, in denen außen nicht gedämmt werden darf. Sie ist keine billigere Variante der Außendämmung, sondern eine andere Bauaufgabe. Manchmal geht außen nichts: bei einem Baudenkmal, bei einer erhaltenswerten Fassade, bei Grenzbebauung ohne Platz für zusätzliche Zentimeter, oder wenn nur eine einzelne Wohnung saniert wird. Dann bleibt die Dämmung von innen.
Sie funktioniert, und sie ist bauphysikalisch anspruchsvoll. Wo eine Außendämmung Fehler verzeiht, entscheidet bei der Innendämmung die Planung darüber, ob die Wand trocken bleibt. Dieser Beitrag zeigt, wann sie die richtige Wahl ist, was sie kostet und worauf es ankommt.

Wann ist eine Innendämmung sinnvoll?

Die Außendämmung ist bauphysikalisch fast immer die bessere Lösung, weil sie die Wand warm hält und Wärmebrücken durchgehend überdeckt. Die Innendämmung kommt dort zum Zug, wo dieser Weg versperrt ist. Drei Fälle sind typisch.
  1. Denkmal und Fassade: Bei einem Baudenkmal oder einer erhaltenswerten Fassade mit Gliederung, Stuck oder Sichtmauerwerk ist eine Außendämmung nicht genehmigungsfähig. Innen bleibt das Erscheinungsbild unberührt.
  2. Kein Platz nach außen: Bei Grenzbebauung endet das Grundstück an der Wand. Auch Dachüberstände, Gesimse und Anschlüsse an Nachbargebäude können eine Außendämmung praktisch ausschließen.
  3. Einzelne Wohnung: In einer Eigentümergemeinschaft ist die Fassade Gemeinschaftseigentum. Wer allein saniert, kann meist nur innen dämmen, ohne auf einen Beschluss zu warten.
Nicht sinnvoll ist die Innendämmung als reine Sparvariante. Wenn außen gedämmt werden darf, ist außen besser, und der Preisunterschied ist geringer als oft angenommen, weil bei der Innendämmung Wohnfläche verloren geht und alle Anschlüsse aufwendig zu lösen sind.

Der kritische Punkt: die Wand wird kälter

Eine Innendämmung hält die Wärme im Raum. Damit bleibt die Außenwand im Winter kälter als vorher. Trifft warme, feuchte Raumluft auf diese kalte Schicht, kondensiert sie. Genau das muss die Konstruktion verhindern oder beherrschen.
Dafür gibt es zwei Wege. Der eine hält die Feuchte mit einer dampfbremsenden Schicht aus der Konstruktion heraus. Der andere lässt begrenzt Feuchte zu und sorgt dafür, dass sie wieder heraustrocknen kann, etwa mit kapillaraktiven Dämmstoffen wie Kalziumsilikat oder Holzfaser.
Welcher Weg passt, hängt von der Wand ab: Baustoff, Dicke, Schlagregenbelastung, vorhandene Feuchte, Ausrichtung. Diese Frage gehört vor die Materialauswahl und wird rechnerisch nachgewiesen, nicht geschätzt.

Die Stellen, an denen es schiefgeht

  • Einbindende Innenwände und Geschossdecken: Dort bleibt eine Wärmebrücke, wenn die Dämmung nicht ein Stück weit mitgeführt wird.
  • Fensterleibungen: ungedämmt werden sie zur kältesten Stelle im Raum.
  • Holzbalkenköpfe in der Außenwand: Sie liegen nach der Dämmung im kalten Bereich und brauchen eine eigene Lösung.
  • Feuchte Wände: Aufsteigende Feuchtigkeit oder Schlagregen müssen vorher abgestellt sein, sonst wird die Dämmung zum Deckel.

Was kostet eine Innendämmung?

Im Altbau liegt die Innendämmung marktüblich bei etwa 50 bis 130 Euro pro Quadratmeter Wandfläche, je nach System und Untergrund. Dazu kommen Arbeiten, die in Angeboten gern fehlen: Elektroinstallationen versetzen, Heizkörper abbauen, Fensterleibungen mitdämmen, Innentüren und Sockelleisten anpassen.

Häufig gestellte Fragen zur Innendämmung

Die Fragen, die uns zur Innendämmung am häufigsten erreichen, kurz beantwortet.

Wie viel Wohnfläche geht verloren?

Je nach System und Dämmstoffdicke etwa sechs bis zwölf Zentimeter pro Außenwand. In einem Raum mit zwei Außenwänden summiert sich das spürbar. Bei kleinen Räumen ist das ein echtes Argument, das in die Abwägung gehört.

Kann ich das selbst machen?

Handwerklich ist das Anbringen der Platten machbar. Der Nachweis, dass die Konstruktion feuchtetechnisch funktioniert, und die saubere Ausführung an Anschlüssen und Durchdringungen sind es nicht. Für die Förderung ist eine Fachunternehmererklärung ohnehin erforderlich.

Wird die Innendämmung gefördert?

Ja, sie zählt zur Gebäudehülle und ist über die BEG-Einzelmaßnahmen förderfähig, im Grundsatz mit 15 Prozent der förderfähigen Kosten. Für denkmalgeschützte Gebäude gelten bei den geforderten Werten Erleichterungen, weil die volle Dämmstoffdicke dort oft nicht umsetzbar ist. Der Antrag muss vor Beginn gestellt sein.

Reicht eine dünne Dämmung?

Für den Komfort bringt schon wenig viel: Die Oberflächentemperatur der Wand steigt, das Raumgefühl verbessert sich deutlich. Für die Förderung sind allerdings bestimmte Werte einzuhalten. Eine zu dünne Schicht kann außerdem die Feuchtesituation verschlechtern, ohne den Nutzen zu bringen.

Fazit

Die Innendämmung ist die richtige Wahl, wenn Denkmalschutz, Fassade, Grundstücksgrenze oder Eigentumsverhältnisse eine Außendämmung ausschließen. Sie funktioniert zuverlässig, wenn die Feuchtefrage vorher rechnerisch geklärt ist und die Anschlüsse an Innenwände, Decken, Leibungen und Balkenköpfe mitgeplant werden. Als reine Sparvariante taugt sie nicht: Wo außen möglich ist, bleibt außen besser.
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